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Der Boxenstop und seine Planung

Im Rennsport auf der Langstrecke ist das Team so wichtig wie eine gute Ideallinie. Die Boxencrew ist erfahren in 24 Stunden Rennen. Jeder hat seinen Job mit dem dazugehörigen Verantwortungsbereich. Der Teamchef gibt das Wort zum Stop and Go. Jeder ist so wichtig, wie ein Rad in einem Getriebe. Ob der Fensterputzer oder der Chefingenieur am Funk, jeder Handgriff ist nach Ablaufplan festgelegt. "Tanken, Räder wechseln, Bremsenprüfung, ggf. wechseln, Blickkontakt, starten und los gehts."

Wenn die Zuschauer den Stop für erledigt erachten, geht die Arbeit für das Team erst richtig los. Die Crew kommt zusammen und alles wird nach der Checkliste abgesprochen. Reifenverschleiß, Bremsen-verschleiß, Tankmenge, öle für den Motor, Getränke für den Fahrer etc. Alle diese "Kleinigkeiten" werden geprüft und auf dem Timetable vermerkt, um eine Strategie für den nächsten Stop zu erarbeiten. Der Fahrer wird über den Zustand des Fahrzeuges befragt (natürlich nach der Checkliste), alles fließt in die aktuelle Rennsituation ein.

Mit die wichtigsten Fragen sind: Wie ist das Wetter auf der Strecke? Hattest du einen Unfall? Wie fühlt sich das Auto an? Zum Schluss planen alle ihre verbleibende Zeit bis zum erneuten Appell des Crew-Chefs: "Das Auto kommt in der nächsten Runde rein!"

So ein Fahrer-Turn dauert ca. zwei Stunden. Das sind zwei Stunden voller Konzentration, mit Vollgas durch jede Kurve und auf der Jagt nach der Zeit. Für die Fahrer ist das jedoch gleichzeitig ein sehr schönes Erlebnis, was wir von der Boxenmauer aus kaum einschätzen können.

Kumho Reifen mit unterschiedlichen ProfilenReifen sind das "schwarze Gold". Selbst der Laie weiß: Eine der größten Schwierigkeiten, nicht nur auf der längsten Rennstrecke der Welt, ist der Reifen-Poker. Bis zu 730 Höhenmeter und über 25 km Streckenlänge bei wechselhaften Witterungsbedingungen stellen alle Teams vor eine der schwierigsten Aufgaben, denn hier erwartet das Team alle Fassetten der Reifenbeanspruchung. Höchstleistung für die Fahrer, die meist auf der letzten Rille unterwegs sind und dabei die Konkurrenten vor Augen haben. Unser Team bestückt das Fahrzeug wie alle im Rennsport, die den Erfolg suchen:

Alle Reifen, die bei uns Verwendung finden, benötigen eine so genannte "Arbeitstemperatur", da diese sonst nicht funktionieren können. Auch die Sturz- / Spureinstellung ist ein wichtiges Thema in Punkto Reifenverschleiß.

Zu guter letzt ist auch der Fahrstil eine Sache, die den Reifenverschleiß beeinflusst. Das Thema Reifen ist von extrem vielen Faktoren begleitet, die wir auf die neuralgischen Punkte festlegen wollen: Wetter, Temperatur der Strecke und der Luft geben hier den Ton an und stellen uns in der so wechselhaften Eifel vor eine stets neue Aufgabe. Alles ist möglich, denn sogar für Profis wie Ferrari gestalten sich die Wetterkapriolen von Zeit zu Zeit problematisch.

2006
WOLFGANG MüLLER

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