Dank der besonders intelligent und kreativ aufgebauten Internetseite sind wir, der kleine Verein pro handicap aus Duisburg, in den Genuss der engeren Auswahl für einen TV-Dreh des Auto, Motor, Sport - Magazins am Sonntagnachmittag des Senders VOX gekommen. Die namenhafte Produktionsgesellschaft aus Düsseldorf, die für viele Themen eine sogenannte Vorauswahl trifft, konnten wir für die Vereinszielsetzung in der außergewöhnlichen Kombination mit Behinderung als Team "pro handicap e.V." begeistern. Auf der längsten Rennstrecke der Welt mit weiteren rund 270 Autos einem "Männertraum" für Behinderte zu realisieren, schien die von uns geglaubte Besonderheit zu unterstreichen. Im Vorgespräch wurden aus 20 Sekunden Sendezeit schnell einige Minuten. Der Enthusiasmus unseres im Vereins, beginnend ab der frühen Kindergartenzeit mit vielen traumatisierenden Erlebnissen bis hin zu einfachen alltäglichen Dingen, wie das tägliche Schuhe zubinden mit einer Hand, ließ das dass TV-Team staunen. Von Job, Freizeit, Schwimmbad, Kirmes, Polizeikontrolle bis hin zu der zurückhaltenden Frage "Was können sie den wirklich nicht mit einer Hand tun?" war alles dabei. Das Interesse der Medien wuchs weiter.
Die Agentur aus der Landeshauptstadt stand perfekt vorbereitet am Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring und wir stellten gemeinsam den Ablauf zusammen. Ein Teil bestand aus Fahrsituationen, die im Straßenverkehr täglich vorkommen. Dank den Profis aus dem FSZ lernte ich frühzeitig das 1x1 des Autofahrens: Sitzposition, Lenkradhaltung, Blickkontakt und -richtung. Der Anspruch stieg im laufe der Dreharbeiten stetig an. Berg auf und ab in engen Spitzkehren wollten wir Hilfe der Inboard-Kamera demonstrieren, wie flink auch ein geübter "Einhänder" verkehrssicher lenken kann. Jede Situation Tausendemahle geübt und alles lief ohne Denkanstöße ab.
Im Straßenverkehr fehlt immer Zeit und Platz, um Extremsituationen zu meistern, also bauen wir vor und wissen was passieren kann, wenn...
eine Überraschung ist leicht zu händeln, wenn man weiß, wie man perfekt die Lösung in brenzligen Situationen sein kann.
Nach vielen Kilometern auf der Landstraße, im Straßenverkehr und der Autobahn stellten wir uns der Extremsimulation Schleuderplatte auf dem Gelände des Auto, Motor, Sport - Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring. Hier heißt es: Blickrichtung = Fahrrichtung, cool bleiben und seinen, von Joachim Stuck benannten, "Popometer" einschalten. Sobald man fühlt, dass das Autoheck ausbricht, gegenlenken und eventuelle Gegenpendler abfangen. Seit vielen Jahren bereits imposant demonstriert, zähle ich zu den Schnell-Lenkern auf der Schleuderplatte.
Zu guter Letzt kam noch eine kleine Ralley-Einlage am Eingang des Handling-Kurses, wo ich den Astra in die Lüfte steigen ließ und gleich eine 15 Meter Weitsprungvariante servierte. Hierbei verabschiedete sich die Onboard-Kamera von ihrer Halterung und lag plötzlich im Fußraum. Cool und besonnen übergab ich dem erschrockenen Kameramann mit ein paar tröstenden Worten ca. 25.000,-€ teure Stück. Zum Glück hält es einiges aus...
Wir möchten uns für den perfekt geplanten und unvoreingenommenen TV-Dreh bedanken. Es hat uns viel Freude gemacht.