Mitmenschen motivieren mich täglich
Wenn ich mit meiner Behinderung, dem fehlendem linken Unterarm,
meiner Arbeit nachgehe oder meine Freizeit gestalte, dann ist es
unvermeidlich,
- dass mich Menschen wie das "8. Weltwunder" anschauen.
- dass mich Menschen im Café mit Pein und Scham auf meinen offenen
Schnürsenkel hinweisen, weil sie nicht wissen, ob ich ihn richtig
binden kann.
- dass ich bei einem Spiel Billard so viele Blicke auf mich ziehe, als ging es um den Einzug in ein WM-Finale.
- dass ich in einer Schwimmhalle seitlich gemustert werde, ob ich auch wirklich nicht im Kreis schwimme.
- dass ich beim Tanken an den Säulen mit Blicken konfrontiert werde
und die Betrachter fragend in mein Auto blicken, weil sie nicht
verstehen, was sie sehen.
- dass Passanten mir beim Schneeschaufeln leidend zuschauen, aber keinen normalen Satz aussprechen können.
- dass im Getränkemarkt selbst die Kassiererin ihren Augen nicht traut, wenn ich fünf Flaschen ohne Einkaufstasche kaufen möchte.
- dass die Polizei ratlos wirkt und lieber über das Wetter redet, als über die eventuellen Auflagen in meinem Führerschein.
- dass im Restaurant der Kellner nicht weiß, wie ich mein Schnitzel klein bekomme und hofft, dass nichts passiert.
All diese kurzen Tatsachen passieren mir tagtäglich und sind für
mich Grund genug an dieser Stelle den Mitmenschen zu zeigen, was
möglich ist. Jeder, der mich anstarrt, gafft oder auch "dumm fragt" ist
für mich pure Motivation zu zeigen, was gehen könnte.
Wir wollen all denen ein Stück Mut machen, die am Anfang dieses
Status stehen, sich in geraumen Zeitabständen in einen Rückhalt
zurückziehen und die Einsamkeit genießen. Sicherlich ist das eine Art
der Verarbeitung ihrer Probleme, jedoch ist der offensive Umgang für
mich der Garant zum Erfolg.
Dank der ganz menschlichen Einstellung meiner Eltern durfte ich als
Kind alles ausprobieren und experimentell prüfen. Sicherlich waren
viele Wege durch das Klischee versperrt, jedoch der ungebremste
Kampfeswille meines Vaters legte mir oft den Grundstein für den Weg,
der mein Ziel war.
Oft bis immer gaben mir viele Wegbegleiter ein vorsichtiges "könnte
vielleicht gehen" zu verstehen, was bedeutete, dass man mit Willen und
der Extraportion Arbeit eine faire Chance gegenüber gesunden Menschen
hatte, die hier oft ein leichteres Spiel hatten. An dieser Stelle
reichte mir nicht nur die Chance, sondern hier wollte ich immer eine
gute "Schaufel" besser sein.
- Wenn mich im Kindergarten meines Sohnes die Kinder ansprechen, aber
die Eltern diejenigen sind, die den Kleinen den Mund verbieten wollen,...
- Wenn die Arzthelferin am Empfang sagt: "Ich sehe ja schon warum Sie
kommen." Und ich antworte: "Ja, wegen meinen Kopfschmerzen!"
- Wenn beim Kartfahren der Besitzer einen Drehknopf ans Lenkrad bauen
möchte und erst dann erstaunt meine Rundenzeiten wahrnimmt,...
- Wenn der Musiklehrer einem das Flöte spielen lehren will und dann staunt, dass sogar das Schlagzeug möglich ist,...
...dann ist meine Zeit gekommen. Dann geht noch viel mehr!