Die Rennfahrer des Pro Handicap-Teams
Unsere Fahrer sind mit Leibe und Seele dabei, wenn es traditionell am Samstagnachmittag heißt: "Gentlemen, please start your engines"
Seit 2005 hat sich die Fahrerpaarung mehrfach geändert. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen diejenigen vorstellen, die denn Rennwagen für alle Behinderten dieser Welt auf dem 25 km langen Kurs lenken.
Mit dem Konzept "2010-2012" sind die Pläne bei Pro Handicap stehts aktuell und richten sich zukünftig vermehrt den karitativen Projekten.
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Wolfgang W. Müller (2005 - heute)
Der am 18.08.1969 geborene Duisburger - sein optisches Handicap ist der fehlende linke Unterarm - war schon immer eine Ausnahme. Neben vielen Ballsportarten, spielte er von 1977 bis 1989 Rollhockey bei dem namenhaften Rollsportverein RESG Walsum. Sein Ballgeschick reichte von den Bambinis bis in die Bundesliga. Einige Deutsche-Vizemeister-Titel zieren seine Gedanken an diese Rollsportzeit.
In den 80ern entdeckte er, neben der Arbeit bei dem Duisburger Direktvertriebsunternehmen Heim & Haus, das Schrauben an alten Autos, dann das Fahren und schon bald war er von Rennstrecken wie Zolder oder Nürburgring nicht mehr weg zu denken. Stets mit dem nötigen Respekt übte und tüftelte er an der Internationalen C-Lizenz.
Beruflich gründete der "Hobbysportler" in der Heim und Haus - Gruppe, die für den Vertrieb von Bauelementen wie unter anderem Rollladen und Markisen steht - sprich rund um das Wohl des Hausbesitzers -, eine firmeneigene Akademie zur Aus- und Weiterbildung eigener Mitarbeiter. Hier schließt sich der Kreis für den Handicapler, der auf der Suche nach "Nachahmern" mit Behinderung ist, die das Unternehmen trotz Handicap mit Herz und Leidenschaft unterstützen und gleichzeitig eine neue Perspektive für ihr Leben schaffen.
Trotz der Teilnahme am 24h-Rennen auf der Nordschleife in den Jahren 2005 und 2006 behält der Duisburger die nötige Bodenhaftung.
In 2006 gelingt es ihm fast 180 Teilnehmer an das Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring zu vermitteln, mit vielen Helfern ein spezielles Trainingsprogramm für Behinderte zu erarbeiten und unter dem Namen des Vereins Pro Handicap zu veröffentlichen.
Im Jahre 2007 schreibt das 24h Rennen am Nürburgring abermals Geschichte. Mit fast zweistündiger Startverspätung ging der Nordschleifenliebhaber mit ganz besonderer Reifenwahl ins Rennen und ließ viele Mitstreiter sprichwörtlich im Regen stehen. Mit dem besonderem Biß zum Erfolg, zeigt der Duisburger, was in ihm steckt und setzt mit Platz 5 in seiner Klasse erneut ein großes Zeichen.
Ein Jahr später, 2008, zeigte der Duisburger provokant, dass das Pro-Handicap-Team mit nur zwei Fahrern ebenfalls zu außergewöhnlichen Leistungen im Stande ist. Mit dem Trainingsprogramm eines Triathleten setzen beide Fahrer die Basis für das einzige Zwei-Mann-Team im Jahre 2008 neue Maßstäbe. "Wir möchten auf jede Art und Weise unseren Fans an der Strecke demonstrieren, dass wir unsere Leistungsgrenze noch nicht erreicht haben." In diesem Jahr ist Wolfgang Müller, der erste „einhändige“ Fahrer, der mit den meisten Renn-Kilometern während des 24h Rennens fährt und dem Eifelmarathon abermals seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt.
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Oliver Rudolph (2007 - heute)
Oliver Rudolph wurde am 07.08.1966 in Passau geboren. Nach einem Chemie-Studium in Regensburg und einem Pharmazie-Studium in München war er später als Apotheker tätig.
Parallel fuhr er immer gerne Auto, bevorzugt in schwierigem und losem Terrain. Also fand er seine persönliche Herausforderung als Amateur im internationalen Rallye-Sport, fuhr die Deutsche Meisterschaft, den Mitropa-Cup, hatte sporadische Einsätze in der Rallye-EM, auf der Rundstrecke und beim Rallye-Cross. Mit teilweise extrem unterlegenem Material, entschied er den Kampf "David gegen Goliat" oft für sich. So erzielte er 1989 den dritten Gesamtplatz im Internationalen Suzuki Rallye Cup Europa. Ab 1992 nahm er zunächst eine "Freizeitarbeit" bei der Audi AG auf. Diese motorisierte Arbeit provozierte ihn förmlich, seine Mustertätigkeit als Apotheker gegen das Lenkrad einzutauschen. Als Instruktor der "Audi driving experience" ist er für seine Professionalität im Umgang mit den Teilnehmern bekannt.
Wohl klingende Rennstrecken wie der Circuit Paul Ricard - auch bekannt als Le Castellet, der Hungaro- und der Salzburgring, Zolder, Autodromo Monza, Circuit de Catalunya, Circuit de Spa-Francorchamps und der Nürburgring / die Nordschleife kennt er wie seine Westentasche.
Wir freuen uns, dass Oliver Rudolph für unser Pro Handicap-Team beim 24 Stunden Rennen auf der Nordschleife ins Lenkrad greift!
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Frank Breidenstein (2006 und 2007)
Frank Breidenstein erblickte am 20.09.1961 das Licht der Welt. Kaum 10 Jahre später baute er einen Mofa Motor in sein Ketcar - das Benzin im Blut ließ ihn nicht mehr los. Mit 17 macht er den Frühführerschein für das Auto und die ersten motorsportlichen Gehversuche im nationalen Slalomsport. Nach einigen Erfolgen (Vizemeister nat. Slalom ADAC Mittelrhein 1986) engagiert er sich im Bergrennsport und erweiterte die Teilnahmen auf den Rundstrecken. Das Hobby wurde zum Beruf, als er sein Maschinenbaustudium abschloß und bis heute bei einer schwäbischen Sportwagenfirma in der Entwicklung tätig ist. Vor allem im historischen Motorsport ist er präsent. Seit 1994 nimmt er mit seinen Simcas in der ADAC Youngtimer Trophy erfolgreich teil (3 Gesamtrang 1996 bei über 200 Teilnehmern). Aber auch die 24h Rennen auf der Nordschleife sind ein zentraler Punkt in seinem motorsportlichen Umfeld. Er pilotierte die unterschiedlichsten Fahrzeuge und durfte bisher immer die Zielflagge sehen. 2002 gibt es beim 24h Rennwochenende für Frank den ultimativen Rennevent: Freitags: Castrol Haugg Cup im Ford Puma (Platz 3 i.d. Klasse) Samstagmorgen: 500km Youngtimer Trophy im Simca (Klassensieger) Samstagnachmittag: Start zu den ADAC 24h im Cup Puma (Platz 3 i.d. Klasse) Ein wahres Langstreckenwochenende. Noch härter waren jedoch die 24h 2006. Durch den unfallbedingten Ausfall einer Fahrerkollegin mussten wir das Rennen fast vollständig zu zweit bestreiten. Dank der tollen Unterstützung der gesamten Pro-Handicap Crew brachten wir den Astra Caravan über die Runden und konnten erneut die Zielflagge sehen.
Das alles geht natürlich nur mit dem guten Geist Gabi an der ehelichen Seite. Sie hält ihm den Rücken frei und ermöglicht so seine volle Konzentration auf Brems- und Einlenkpunkte.
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Petra Diederich (2006)
Ihre Motorsportkarriere begann als Rallye-Beifahrerin im Jahr 1989. In den folgenden Jahren startete sie bei diversen Rallye-Veranstaltungen in ganz Europa mit verschiedenen Fahrern. Bei einigen Slaloms fuhr sie bereits selbst. Bei der Rallye München-Marrakesch 1992 schnupperte sie als Copilotin, oder besser gesagt Navigatorin, in den Offroad-Bereich. 1994 schloss sie ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität in Passau ab. Sie sollte eigentlich Steuerberaterin werden. 1994 und 1995 pilotierte sie selbst ein Rallyefahrzeug auf nationaler Ebene. Es schloss sich ein Werksengagement als Beifahrerin bei Fiat an. Sie bestritten die Deutsche Meisterschaft und startete bei verschiedenen Weltmeisterschaftsläufen. 1995 holten sie den Titel des Deutschen Cinquecento Trofeo Meisters.Im Jahr 1996 bestritt sie als "Aushilfs"-Beifahrer ihre erste Rallye Monte Carlo mit dem damaligen Deutschen Rallyemeister. Der Motorsportvirus hatte sie dann dermaßen erfasst, dass sie ihren Job in einer Steuerkanzlei niederlegte und dem Motorsport komplett erlag. 1998 wechselte sie hinter die Kulissen: Bei Seat Sport Deutschland übernahm sie die Rolle des Team-Koordinators und plante sowohl den Seat Ibiza Rallye Cup im Rahmen der Deutschen Rallyemeisterschaft, als auch Einsätze für den Seat-Importeuer in Griechenland. In diesem Jahr sollten sich ihre privaten Weichen stellen. Sie lernte ihren ebenfalls rallye- und rundstreckenfahrenden Mann kennen. Ihr Engagement verlagerte sich auf den Nürburgring. Seit dieser Zeit ist sie Fahrsicherheits- und Rennstreckeninstruktorin im Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring. 1999 und 2001 kamen ihre Kinder Paul (fährt schon selber mit einer KTM Motocross) und Emma (steht ihrem Bruder in Nichts nach.) zur Welt.Im Jahr 2002 nahm sie als Fahrerin zum ersten mal an einem Rennen auf der Nordschleife teil. Ihre Nordschleifen-Krönung war dann der Einsatz beim 24-h-Rennen 2005. Honda Deutschland unterstützte sie und zwei weitere Mädels durch die Überlassung eines ihrer Fahrzeuge. Zusammen erreichten sie mit dem Civic Type R das Ziel auf einem respektablen 81. Gesamtrang.
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