Team Detail


Wolfgang W. Müller

    Der am 18.08.1969 geborene Duisburger - sein optisches Handicap ist der fehlende linke Unterarm - war schon immer eine Ausnahme. Neben vielen Ballsportarten, spielte er von 1977 bis 1989 Rollhockey bei dem namhaften Rollsportverein RESG Walsum. Sein Ballgeschick reichte von den Bambinis bis in die Bundesliga. Einige Deutsche-Vizemeister-Titel zieren seine Gedanken an diese Rollsportzeit. In den 80ern entdeckte er, neben der Arbeit bei dem Duisburger Direktvertriebsunternehmen Heim & Haus, das Schrauben an alten Autos, dann das Fahren und schon bald war er von Rennstrecken wie Zolder oder Nürburgring nicht mehr weg zu denken. Stets mit dem nötigen Respekt übte und tüftelte er an der Internationalen C-Lizenz. Beruflich gründete der "Hobbysportler" in der Heim und Haus - Gruppe, die für den Vertrieb von Bauelementen wie unter anderem Rollladen und Markisen steht - sprich rund um das Wohl des Hausbesitzers -, eine firmeneigene Akademie zur Aus- und Weiterbildung eigener Mitarbeiter. Hier schließt sich der Kreis für den Handicapler, der auf der Suche nach "Nachahmern" mit Behinderung ist, die das Unternehmen trotz Handicap mit Herz und Leidenschaft unterstützen und gleichzeitig eine neue Perspektive für ihr Leben schaffen. Trotz der Teilnahme an allen 24h-Rennen auf der Nordschleife seit 2005 behält der Duisburger die nötige Bodenhaftung. In 2006 gelingt es ihm fast 180 Teilnehmer an das Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring zu vermitteln, mit vielen Helfern ein spezielles Trainingsprogramm für Behinderte zu erarbeiten und unter dem Namen des Vereins Pro Handicap zu veröffentlichen. Im Jahre 2007 schreibt das 24h Rennen am Nürburgring abermals Geschichte. Mit fast zweistündiger Startverspätung ging der Nordschleifenliebhaber mit ganz besonderer Reifenwahl ins Rennen und ließ viele Mitstreiter sprichwörtlich im Regen stehen. Mit dem besonderem Biss zum Erfolg, zeigt der Duisburger, was in ihm steckt und setzt mit Platz 5 in seiner Klasse erneut ein großes Zeichen. Ein Jahr später, 2008, zeigte der Duisburger provokant, dass das Pro-Handicap-Team mit nur zwei Fahrern ebenfalls zu außergewöhnlichen Leistungen im Stande ist. Mit dem Trainingsprogramm eines Triathleten setzen beide Fahrer die Basis für das einzige Zwei-Mann-Team im Jahre 2008 neue Maßstäbe. "Wir möchten auf jede Art und Weise unseren Fans an der Strecke demonstrieren, dass wir unsere Leistungsgrenze noch nicht erreicht haben." In diesem Jahr ist Wolfgang Müller, der erste „einhändige“ Fahrer, der mit den meisten Renn-Kilometern während des 24h Rennens fährt und dem Eifelmarathon abermals seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Mit Platz 1 im Jahre 2009 und das mit dem schon fast in die Jahre gekommenen Opel Astra, ist die Anerkennung für die „MISSION Pro Handicap beim 24h-Rennen“ fest im Starterfeld fundamentiert. Bei der Siegerehrung des Veranstalters ADAC stockte der Moderatorin Eve Scheer der Atem, als sie für Platz 1 nur zwei Fahrer auf ihren Unterlagen fand. „Ganz zu schweigen, dass die Jungs nur mit drei Händen fahren…ein riesen Kompliment...“, so die Moderatorin. Jetzt beginnt eine neue Zeitrechnung, so der Duisburger nach dem Gewinn des Titels in der D2T-Klasse. Das neue Konzept „2010-2012“ bringt einige Veränderungen mit sich, jedoch können wir nur mit den neuen Aufgaben wachsen. Die Zeit mit Opel war sehr schön, umso schöner, dass wir uns mit einem Titel von Opel verabschieden können. Ein großes Dankeschön nach Rüsselsheim. 2010, erstmals im Audi TTs am Start, legt Müller seine ganz persönliche Messlatte noch eine Stufe höher. Zusammen mit seinem Teamkollegen Oliver Rudolph bewegt er den neuen Pro-Handicap-Renner auf Platz 64 von über 190 Startern. Ähnlich erfolgreich geht es auch in den nächsten Jahren weiter, musste das Team 2011 noch mit vielen Kinderkrankenheiten am neuen Fahrzeug kämpfen, reiste die Truppe im folgenden Jahr hoch motiviert zum Rennen am Nürburgring. Die große Einsatzbereitschaft und der Erfolgswille zeichneten sich aus, das Team konnte einen sicheren Klassensieg einfahren und lies mit Gesamtrang 59 mehr als 100 Konkurrenten hinter sich. In 2013 holte Müller in Form von Jutta Kleinschmidt und Walter Nawotka motorsportliche Verstärkung hinters Lenkrad. Ein durchwachsenes Rennen mit vielen Problemen am Fahrzeug lies zum Schluss leider keine gute Platzierung mehr zu, aber: "Das motiviert uns nur noch mehr, um 2014 wieder richtig durchzustarten!"