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VOX TV Bericht

Wolfgang Müller vom Pro Handicap e.V. bei Auto, Motor und Sport Pro Handicap Bericht bei Auto, Motor und Sport


Jutta Kleinschmidt
Benzingespräche in der Boxengasse

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24h Nürburgring 2007

"Na, wie lief es?", das wurde ich in den letzten Tagen sehr oft gefragt, und ich sagte fast immer das Gleiche: "Super, hätte kaum besser laufen können, mit kleinen Zwischenfällen, die wir aber nicht beeinflussen konnten..." Und für die Meisten reichte das dann auch schon. Viele fragen dann noch welche Plazierung wir erreicht hätten..., aber das wars dann auch schon.

Die Plazierung ist Nebensache, zuerst war im Vordergrund, anzukommen, und das Ergebnis sagt leider nicht aus, wie der Rennverlauf war.
Wir wurden 5. in der Klasse, im Gesamt so um den hundertsten Platz...
Das allein reicht nicht aus, ein 24h Rennen auf der Nordschleife, der längsten und anspruchvollsten Rennstrecke der Welt, das mit sehr schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatte, zu beschreiben.

Für mich war es das erste Mal, und es war eher ein Zufall, denn letztes Jahr im Oktober sprach mich Wolfgang Müller an, ob ich denn dazu Lust hätte...
Den Wolfgang kenne ich seit einigen Jahren von den Perfektionstrainings der Audi driving experience auf der Nordschleife. Dort war er öfter in meiner Gruppe, und hat mich immer wieder mit seinem Gefühl fürs Auto, und seiner Schnelligkeit beeindruckt.
Im erste Augenblick erschien mir die Sache ziemlich unmöglich, weit weg, und außerdem dachte ich mir, das sei eventuell nur so dahin gesagt. Aber schnell kristallisierte sich heraus, dass Wolfgang eben nicht nur einer von denen war, die so vor sich hin reden, sondern es ihm damit sehr sehr ernst war.
Also versuchte ich einfach mal, mich zu erkundigen, ob es denn für mich überhaupt möglich sei, zumal ich schon seit über 10 Jahren keine internationale Lizenz mehr hatte, bzw. an einem Rennen teilnahm. Unter der Voraussetzung, dass ich die "Zulassung" bekomme, sagte ich Wolfgang dann auch mit Freude zu.

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Der Alltag

Die meist gestellte Frage an uns Hobby-Rennfahrer ist:" Wie fahren Sie denn im normalen Straßenverkehr?"

Das ist ganz einfach: Ich von meiner Person kann sagen, dass ich eher zurückhaltend und langsamer unterwegs bin, als das viele glauben. Auf der Autobahn fahre ich als Langstreckenfahrer lieber Nachts oder spät abends, hier ist die Autobahn freier und man hat weniger mit Staus zu tun, zum anderen sind die so genannten Straßenrowdies schon zu Hause und man kann im 6.Gang entspannt das Wunschtempo fahren!

Was bedeutet sportliches fahren für Sie im Straßenverkehr?

Das ist eine klare Herzensangelegenheit, ich denke Motorsport und Straßenverkehr haben einige parallelen, jedoch liegt der Schwerpunkt im objektiven fahren. Augen auf und immer darauf gefasst sein, was passieren könnte. Spielzeuge wie Zeitung, Handy oder andere Ablenkungen sind natürlich tabu.

Das richtige Fahren beginnt mit der richtigen Sitzposition im Auto. 90% aller Verkehrsteilnehmer sitzen falsch im Auto und können Ihr Auto in einer Notsituation nicht richtig kontrollieren.

Der Rennfahrer legt extrem viel Arbeit in eine perfekte Position hinterm Steuer, denn hier beginnt im Motorsport wie im Straßenverkehr der eigentliche sportliche Job jedes "Piloten".

High Speed gibt es nur auf die dafür vorgesehenen Rennstrecken. Das ist auch gut so.

Wer den Alltag sportlicher Fahrer richtig versteht, der ist sicher unterwegs.

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24 Stunden Rennen - Kurzbericht

Das Pro Handicap Team wieder erfolgreich am Nürburgring.

Auch 2007 konnte das Pro Handicap Team seine Erfolge auf der Nordschleife des Nürburgsring fortsetzen. Mit Platz 5 in der Klasse S1 und Platz 107 in der Gesamtwertung konnte das Ergebnis zum Vorjahr deutlich verbessert werden.

Doch auch dieses Rennen hatte es in sich. Zunächst verzögerte sich der Start wegen eines Unwetters. Zwei Stunden verspätet konnte Wolfgang Müller den Opel Astra Caravan endlich durch die "grüne Hölle" jagen. Zuverlässig zog der Diesel seine Bahnen. Außer einem kleinen Unfall verlief alles Bestens, und ausgerechnet die 13. Runde war mit 11:20.933 die schnellste der insgesamt 81 Runden des Pro Handicap Teams. In der Nacht, gegen 3:30 Uhr wurde der Erfolgskurs dann durch Nebel unterbrochen und konnte erst um 9.31 fortgeführt werden. Das Rennen pausierte zwangsweise und etliche Teams nutzten die fast 6 Stunden für Reparaturen aller Art , so dass ein Pluspunkt dem bis dato pannenfreien Astra verloren ging.

Trotzdem sah es noch sehr gut aus. Bis zur 78. Runde, in dem der Turbo den Dienst versagte und der Astra Caravan mit verminderter Leistung keine akzeptablen Rundenzeiten mehr erreichen konnte. Jetzt wären die sechs Stunden Pause der Nacht ein Segen gewesen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit konnte eine Reparatur nicht in Betracht gezogen werden, und so wurde das Rennen "gehandicapt" zu Ende gefahren.

Dennoch ein gutes Ergebnis, sowohl in der Klasse, als auch in der Gesamtwertung, und für das Pro Handicap - Team sicher ein Grund zu feiern - und im nächsten Jahr wieder mit dabei zu sein.

Ein ausführlicher Bericht zum Rennen folgt in Kürze auf unserer Berichte-Seite

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Mitmenschen motivieren mich täglich

Wenn ich mit meiner Behinderung, dem fehlendem linken Unterarm, meiner Arbeit nachgehe oder meine Freizeit gestalte, dann ist es unvermeidlich...

All diese kurzen Tatsachen passieren mir tagtäglich und sind für mich Grund genug an dieser Stelle den Mitmenschen zu zeigen, was möglich ist. Jeder, der mich anstarrt, gafft oder auch "dumm fragt" ist für mich pure Motivation zu zeigen, was gehen könnte.

Wir wollen all denen ein Stück Mut machen, die am Anfang dieses Status stehen, sich in geraumen Zeitabständen in einen Rückhalt zurückziehen und die Einsamkeit genießen. Sicherlich ist das eine Art der Verarbeitung ihrer Probleme, jedoch ist der offensive Umgang für mich der Garant zum Erfolg.

Dank der ganz menschlichen Einstellung meiner Eltern durfte ich als Kind alles ausprobieren und experimentell prüfen. Sicherlich waren viele Wege durch das Klischee versperrt, jedoch der ungebremste Kampfeswille meines Vaters legte mir oft den Grundstein für den Weg, der mein Ziel war.

Oft bis immer gaben mir viele Wegbegleiter ein vorsichtiges "könnte vielleicht gehen" zu verstehen, was bedeutete, dass man mit Willen und der Extraportion Arbeit eine faire Chance gegenüber gesunden Menschen hatte, die hier oft ein leichteres Spiel hatten. An dieser Stelle reichte mir nicht nur die Chance, sondern hier wollte ich immer eine gute "Schaufel" besser sein.

...dann ist meine Zeit gekommen. Dann geht noch viel mehr!


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Emotionen aus dem Alltag

Zehn Tennisbälle in einer Hand? Wolfgang Müller - dem nur eine Hand zur Verfügung steht - schafft es. Schaffen Sie es auch?

Hand mit zwei Pro Handicap Tennisbällen
Wenn
du Ziele siehst, die andere nicht mal als Schatten erkennen können...
Wenn
du Mitmenschen zum Lachen bringst, die das schon fast verlernt haben...
Wenn
du Mitmenschen Energie spendest, die nicht mal wissen wie du heißt...
Wenn
du ehrlich sein darfst und musst dich dafür nicht rechtfertigen...
Wenn
Menschen dir ihre Arbeitskraft anbieten und sich später dafür noch bedanken...
Wenn
du 10 Tennisbälle in einer Hand hältst und fast jeder es bei 5 kaum schafft...
Wenn
du einem 12-jährigen Rollstuhlfahrer spontan ein Geschenk machst und die Zuschauer vor Rührung den Tränen nah sind...
Wenn
du Leuten in der Stadt sagst: "ich bin so gesund, wie ich mich fühle",
Wenn
du Kindern die Angst nimmst das Handicap anzufassen und du ab diesem Zeitpunkt zu ihren "großen" Freunden zählst...
Wenn
dir Menschen nur mit ihren Blicken sagen: "Du bist auf dem richtigen Weg"...

... dann erkennt man, dass man immer an das Gute glauben soll. Wir brauchen uns nicht mehr zu verstecken, jedoch gibt es viele Mitmenschen, die ein "unsichtbares" Handicap in sich verbergen und diese Emotionen leider nicht mit uns teilen können.

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PRO HANDICAP e.V. : Der Verein und sein Ziel

Ein Handicap ist eine besonders schwere Zusatzaufgabe für die, die das Schicksal für stark genug hält, um damit umzugehen.

Februar 2005

Der Verein Pro Handicap e. V. hat, in Zusammenarbeit mit den ersten Unterstützern, die rechtlichen Hürden genommen und ist vom Finanzamt Duisburg als mildtätig anerkannt. Wir möchten Ihnen das bemerkenswerte Vorhaben einer Randgruppe unserer Gesellschaft vorstellen, die sich bei dem 24h-Rennen auf der längsten Rennstrecke der Welt, dem Marathon des Motorsports, als erstes Handicap-Team, das auch aus körperlich gehandikapten Fahrern besteht, ihren 230 professionellen Gegnern stellt.

Der Verein "Pro Handicap" wurde von Wolfgang W. Müller ins Leben gerufen. Alle Mitwirkenden, Berater, Steuerexperten und der Notar arbeiten ehrenamtlich an diesem Projekt mit, denn letztlich will der Verein einen positiven Beitrag zur Integration von augenscheinlich "benachteiligten" Menschen liefern und in einem kostenbewussten Rahmen das größtmögliche Ziel erreichen.

Wer von einem "Handicap" oder einer leichten Behinderung selbst oder innerhalb des Familienkreises betroffen ist, der kann die Wünsche unseres Vereins sicher schneller als viele andere nachvollziehen. Der Mut gepaart mit der nötigen Überwindung Mitmenschen zu helfen, obwohl sie anders aussehen, ist eine tief im Herzen versteckte Kraft, auf die nicht jeder zurückgreifen kann. Uns ist wichtig, ihr Leben noch lebenswerter zu machen, ihre Mobilität zu steigern, ihren Traumberuf oder -hobby mittels tatkräftiger Vorbildfunktion eventuell neu zu erleben.

Wir sind Menschen, die jeden Mitmenschen so akzeptieren, wie er ist und wie er sich wohl fühlt. Um die nötige Motivation zu entfachen, möchten wir Ihnen zeigen, was mit diesem besonderen Maß an Leistung in der Profiliga des Motorsports möglich ist.


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